Lukas Gegg – ein Resümee aus 5 Jahren Arbeit bei SM Kunststofftechnologie

Lukas Gegg (22) ist an diesem Freitag der letzte in der Werkshalle. Er schaut zufrieden, knipst das Licht aus. Feierabend. Vor knapp drei Jahren hat er hier bei SM Kunststofftechnologie im Gewerbegebiet von Elgersweier seine Ausbildung zum „Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik, Fachrichtung Bauteile“ begonnen.

Hattest du nach Ende deiner Schulzeit schon im Kopf, was du mal werden willst oder besser gesagt, dass du mal „Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik, Fachrichtung Bauteile“ werden willst?
(Lukas lacht): Ne, also ehrlich gesagt, war ich ratlos. Und wenn ich damals diese Berufsbezeichnung gehört hätte… da hätte ich auch nicht wirklich gewusst, was sich dahinter verbirgt und das schreckt vermutlich viele eher ab. Ich habe viele Praktika gemacht, wusste nur, dass ich in jedem Fall ein Handwerk lernen möchte.

War bei den Praktika nie das Richtige dabei?
Irgendwie hatte ich bei keinem Feuer gefangen. Meist fragt man, bevor man sich bei einem Unternehmen bewirbt, ältere Mitschüler, wo sie waren, richtet sich nach deren positiven Erfahrungen und natürlich liebäugelt man zuerst mit den ganz großen Unternehmen und schaut nicht so arg auf die kleinen. Eigentlich ein Fehler!

Wie bist du auf SM Kunststofftechnologie gekommen?
Zufall! Eigentlich durch meine Mutter. Sie holte für meinen Vater dort Kunststoffmaterial ab, das er bestellt hatte. Sie meinte dann: warum schaust du nicht mal in diesen Betrieb rein. Ich dachte: okay, warum nicht.

Und dann mündete das in eine dreijährige duale Ausbildung: Schule und Job im Wechsel.
Ja, man ist im Block etwa 2 bis 3 Wochen in der Berufsschule, lernt dort die Theorie. Man sollte Interesse für Mathe haben, räumliches Vorstellungsvermögen und sich für chemische Prozesse interessieren. Man muss kein Einserkandidat in Physik und Chemie gewesen sein, das sollte niemanden abschrecken. Aber Lust drauf und Interesse ist wichtig. In der Firma kann man dann das Ganze praktisch ausloten. Man erkennt dort nach und nach, was die Herausforderungen des Berufes sind und bekommt ein Gefühl für die Perspektiven, die er bietet.

Wie war die Anfangszeit?
Also die ersten paar Monate waren… langweilig! Ich musste entgraten, d.h., hergestellte Teile durch Nachbearbeitung von scharfen Kanten, Splittern und unerwünschten Ausformungen befreien, indem ich sie in eine Schleifmaschine führte. Immer wieder gleiche Handgriffe. Ganz monotone Arbeit. Tag für Tag. Genau das, was niemand will.

Das klingt nicht verlockend. Was hast du dabei gelernt?
Geduld! Es war im Rückblick gar nicht so verkehrt, denn ich habe währenddessen sehr genau mitbekommen, was meine Mitarbeiter tun. Ich wurde häufig gerufen, um dem ein oder anderen zur Hand zu gehen. Kleine Zuarbeiten. Aber im Nachhinein betrachtet, war das genau richtig, um einen Eindruck zu gewinnen, was auf einen zukommt. Man bekommt ein Gefühl für die unterschiedlichen Maschinen, sieht, für was genau sie eingesetzt werden, welcher Output dabei generiert wird, was bei der Bedienung der Anlagen zu beachten ist. Zudem habe ich das Material kennengelernt: Kunststoff ist nicht gleich Kunststoff. Es gibt hunderte Arten. Jede hat ihre Eigenart.

Wie ging es weiter?
Dann wurde ich zum ersten Mal an die Maschine gelassen. Meine erste war die Formatkreissäge. Ich hatte richtig Respekt. Dementsprechend war ich vorsichtig, aber auch stolz, dass mir alle zutrauen, dass ich das meistere. Jetzt geht’s los, dachte ich. Ich werde gefordert. Und so war es. Das bringt Verantwortung mit, aber in positivem Sinn. Ich habe in jedem Bereich in der Firma gearbeitet: Kunststoffwarmform, Drehbank CNC, CNC-Fräse, Behälterbau, Maschinenbautechnik.

Was war besonders spannend?
SM Kunststofftechnologie produziert kleine Stückzahlen, das heißt, die Abwechslung ist riesig. Man steht ständig vor einer neuen Herausforderung. Die Anfertigung von einem Werbedisplay, manche sehe ich in der Stadt… Dann kleine oder große Bauteile, die u.a. in Maschinen unentbehrlich sind und in der Großgastronomie oder in der Fleischindustrie benötigt werden. Ohne das, was wir hier machen, würde so mancher Industriezweig stillstehen. Auch Spezialkonstruktionen für Kunstprojekte kommen vor. Auch spannend: die Konstruktion von Teilen für Medizingeräte, die in Krankenhäusern gebraucht werden und von denen im Endeffekt Menschenleben abhängen. Wenn ich mir überlege, was sich hinter der Arbeit, die wir hier machen, verbirgt, was da alles dranhängt…

Ein Moment, der dir viel bedeutet?
Einmal eben, sich dessen bewusst zu werden und dann… Da war der Moment, als ich meine Mutter an der Arbeit besuchte. Sie arbeitet in der Gastronomie, öffnete einer der riesigen Spülmaschinen. Da sah ich eines der Teile verbaut, die ich angefertigt hatte. Ich war total stolz. Ich erschaffe etwas, das den Alltag von Menschen entscheidend prägt, ihn entlastet.

Wie geht „etwas erschaffen“?
Man bekommt einen Konstruktionsplan in die Hand: eine komplexe Zeichnung. Dreidimensional, mit Maßangaben, sehr detailliert, fein und kleinteilig. Es ist die exakte Vorgabe des Kunden, für ein Produkt, das er bei uns bestellt. Erstmal ist da also nichts als eine Zeichnung – und man selbst. Und dann: plötzlich hat man dieses Konstrukt aus dem Nichts erschaffen. Das Material, die Maschinen, die Handgriffe, die Manpower: alles da, was es praktisch dafür braucht und das was es dann aber ausmacht: der eigene Verstand. Ich muss selber überlegen: ist das umsetzbar? Wie? Und wie geht’s am einfachsten, was ist der effizienteste Weg?

Du hast nur den Plan und musst dann alleine entscheiden, wie du das herstellst?
Das ist der Job. Effiziente Lösungswege finden und sie gehen. Ich überlege, mit welchen Maschinen, Werkzeugen, Handgriffen ich genau da hinkomme, wo ich hin will.
Als Azubi bin ich natürlich nicht alleingelassen, ich habe einen Ansprechpartner. Bei mir war das der Klaus. Zu dem konnte ich mit allen Fragen und Problemen gehen. Aber man versucht, es erstmal alleine hinzubekommen. Ich habe mir da im Laufe der Zeit viel von den Kollegen abgeschaut. Wir arbeiten ja alle in einer großen Werkhalle. Es erschließt sich einem jeder Produktionsschritt, jede Arbeit irgendwann. Ich konnte immer jeden bei SM Kunststofftechnologie fragen. In der Produktion ist eh das Miteinander wichtig. Das ist auch etwas Tolles bei SM Kunststofftechnologie: das Teamwork. Die Kommunikation untereinander. Es ist hier sehr viel Eigeninitiative gefragt, aber man steht nie alleine da. Und wenn man sich ehrlich bemüht und engagiert, dann wird das anerkannt. Das motiviert.

Du hast dich gut in das Unternehmen integriert. War es schwierig, sich einzufinden und einen Draht zu den Kollegen zu bekommen?
Nein, für mich gar nicht. Ich hatte ja auch Lust auf den Job. Aber es fällt hier auch nicht so schwer. Das Team ist übersichtlich, die Geschäftsleitung immer ansprechbar und nah dabei und das Teamwork wird von ihr sehr gefördert, indem übers Jahr verteilt gemeinsame Aktivitäten angeboten werden: ich denke an das Waldspeckessen im Februar, da wird am offenen Feuer einmal im Jahr gemeinsam gegrillt. Wir haben ein großes Sommer-Grillfest. Dann das Zwiebelkuchen-Essen mit neuem Wein im Herbst. Die Weihnachtsfeier findet immer in einem tollem Ambiente statt und dann gibt es im Betrieb die Möglichkeit, sich alle vier Wochen von einem Physiotherapeuten zum Thema Prävention am Arbeitsplatz beraten zu lassen. Man fühlt sich als Mitarbeiter gewertschätzt.

Wie viel von sich selbst, von seinen individuellen Interessen und Fähigkeiten kann man einbringen?
Ich kann hier sehr viel von mir einbringen.
Einmal mein handwerkliches Geschick. Dann liebe ich die Herausforderung, Lösungswege zu finden. Bei der Arbeit komme ich manchmal auf Ideen, wie ich was für mich selber herstellen kann. Ich paddle z.B. gerne in meiner Freizeit. Die Kajaks kann ich heute selber reparieren, sie sind aus Kunststoff und das Material ist ja sozusagen mein Job. Etwas, das sicher eher außergewöhnlich ist hier bei SM Kunststofftechnologie: Hier wird meine Kreativität gefördert. Ich habe manchmal eine Idee für eine Konstruktion, die ich zu Hause brauchen könnte. Fürs Bad oder mein Wohnzimmer. Dann frage ich bei der Geschäftsleitung und oftmals darf ich Reststoffe, die sonst entsorgt werden, benutzen, um nach Feierabend hier in der Firma noch kreativ sein – nur für mich. Das ist ein Vertrauensbeweis. Auch der motiviert unheimlich. Ich weiß das zu schätzen. Diese Kreativ-Zeit birgt die Möglichkeit, sich während der Ausbildung auch ganz persönlich auszuprobieren, um zu sehen, was dieser Job nicht nur im Großen, sondern im Kleinen bedeutet.

Du arbeitest also manchmal noch nach der Arbeit, an der Arbeit?
Wir haben eine 40-Stunden-Woche und Gleitzeit. Die Stunden werden erfasst und man kann im Grunde selbst entscheiden, wan man anfängt. Ich starte meist um halb acht. Urlaub haben wir 30 Tage im Jahr. Ich empfinde die Work Life Balance als ziemlich ausgeglichen. Positiv bei SM Kunststofftechnologie ist auch: die Leute interessieren sich für einen. Das Privatleben wird nicht ignoriert oder automatisch dem Job untergestellt. Ich kann mein Privatleben dadurch flexibler organisieren, denn es herrscht ein gewisses Maß an Verständnis, wenn da etwas Wichtiges ansteht – solange man auf seine 40-Stundenwoche kommt natürlich. Das alles zusammen, macht viel aus, wie man sich an und mit seinem Job fühlt.

Heute ist dein letzter Arbeitstag, weißt du wie es weitergeht?
Die Perspektiven und Aufgaben als Techniker haben mich gereizt, z.B. finde ich es spannend, dann in der Entwicklung mitwirken zu können und dass ich Einblicke und Kenntnisse in betriebswirtschaftliche Themen bekomme. Das macht für die Berufszukunft flexibel in alle Richtungen. Ich habe mich nun entschieden meinen Techniker zu machen. Allerdings nicht „on the job“ bei SM Kunststofftechnologie, sondern in Form eines Studiums außerhalb, an einer Fachhochschule. Ich möchte mich da noch mal ganz intensiv reinknien. Dann plane ich, wieder in ein Unternehmen einzusteigen… Vielleicht ja auch wieder bei SM Kunststofftechnologie, die Möglichkeit bestünde. Das freut mich sehr. Jedenfalls: Ich bin jetzt 22 und habe Lust weiterzugehen. Nicht stehen bleiben. Eigentlich ganz im Sinne der SM Kunststofftechnologie Unternehmensphilosophie… Ich habe hier richtig viel gelernt – nicht zuletzt fürs Leben!

Vielen Dank Lukas! Wir wünschen dir alles Gute und viel Erfolg auf dem Weg zum Techniker!

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